NIP-69 definiert ein Protokoll für Peer-to-Peer-Handel über Nostr. Es schafft ein gemeinsames Orderbuch über mehrere Plattformen hinweg, statt Liquidität in getrennten Pools einzuschließen.

Funktionsweise

NIP-69 verwendet addressable kind-38383-Events für Kauf- und Verkaufsorders. Das addressable Format ist wichtig, weil eine Order im Lauf der Zeit mehrere Zustände durchlaufen kann und über ihr d-Tag trotzdem dieselbe logische Identität behält.

Order-Struktur

Orders verwenden Tags, um Handelsparameter festzulegen:

  • d - Order-ID
  • k - Order-Typ (buy/sell)
  • f - Fiat-Währung (ISO-4217-Code)
  • amt - Bitcoin-Betrag in Satoshis
  • fa - Fiat-Betrag
  • pm - Akzeptierte Zahlungsmethoden
  • premium - Preisaufschlag oder Rabatt in Prozent
  • network - Bitcoin-Netzwerk (mainnet, testnet, signet, regtest)
  • layer - Settlement Layer (onchain, lightning, liquid)
  • expiration - Zeitpunkt, zu dem die Order abläuft

Lebenszyklus einer Order

Orders bewegen sich durch folgende Status:

  • pending - Offen und verfügbar für Matching
  • in-progress - Handel mit Gegenpartei gestartet
  • success - Handel abgeschlossen
  • canceled - Vom Maker zurückgezogen
  • expired - Ablaufzeit überschritten

Die Spezifikation unterscheidet zwei Zeitgrenzen. expires_at markiert den Zeitpunkt, an dem eine ausstehende Order nicht mehr als offen gelten soll, während expiration Relays einen Zeitstempel für NIP-40 gibt, mit dem veraltete Order-Events ganz entfernt werden können.

Warum das wichtig ist

NIP-69 ist vor allem ein Interoperabilitätsprojekt. Mostro, lnp2pBot, RoboSats, Peach und andere P2P-Handelssysteme können Orders in ein gemeinsames Event-Format ausspielen, statt Liquidität in einzelnen Apps festzuhalten.

Das optionale g-Tag macht außerdem lokalen Handel von Angesicht zu Angesicht möglich, ohne den Rest des Order-Schemas zu ändern. Das ist nützlich, weil Bargeldgeschäfte vor Ort geografische Filter brauchen, Lightning-Handel online aber nicht.

Sicherheit und Vertrauen

Das bond-Tag legt eine Sicherheitsleistung fest, die beide Parteien hinterlegen müssen. Das bietet Schutz gegen Abbruch oder Betrug.

Gegenparteirisiko verschwindet dadurch nicht. Zahlungsstreitigkeiten, Fiat-Betrug, Reputationssysteme und Verwahrungsregeln bleiben weiter auf Anwendungsebene. NIP-69 standardisiert die Veröffentlichung von Orders, nicht die Streitbeilegung.


Primärquellen:

Erwähnt in:

Siehe auch: