FROST (Flexible Round-Optimized Schnorr Threshold Signatures) ist ein Schwellenwertsignaturverfahren, das es einer Gruppe von Teilnehmern ermöglicht, gemeinsam gültige Schnorr-Signaturen zu erstellen, ohne dass eine einzelne Partei den vollständigen privaten Schlüssel besitzt.

Funktionsweise

FROST ermöglicht T-von-N-Schwellenwertsignaturen, bei denen T Teilnehmer von insgesamt N Schlüsselinhabern zusammenarbeiten müssen, um eine gültige Signatur zu erstellen. Das Protokoll arbeitet in zwei Runden:

  1. Commitment-Runde: Jeder Teilnehmer generiert und teilt kryptografische Commitments
  2. Signatur-Runde: Die Teilnehmer kombinieren ihre Teilsignaturen zu einer endgültigen aggregierten Signatur

Die resultierende Signatur ist von einer Standard-Schnorr-Signatur nicht zu unterscheiden und gewährleistet Rückwärtskompatibilität mit bestehenden Verifizierungssystemen.

Wichtige Eigenschaften

  • Schwellenwertsicherheit: Kein einzelner Teilnehmer kann alleine signieren; T Parteien müssen zusammenarbeiten
  • Rundeneffizienz: Nur zwei Kommunikationsrunden sind für die Signatur erforderlich
  • Fälschungsschutz: Neuartige Techniken schützen vor Angriffen auf frühere Schwellenwertverfahren
  • Signatur-Aggregation: Mehrere Signaturen werden zu einer einzigen kompakten Signatur kombiniert
  • Privatsphäre: Endsignaturen verraten nicht, welche T Teilnehmer signiert haben

Anwendungsfälle in Nostr

Im Kontext von Nostr ermöglicht FROST:

  • Quorum-Governance: Gruppen können einen nsec durch T-von-N-Schemata teilen, wobei Mitglieder sich selbst vertreten oder an Räte delegieren können
  • Multi-Signatur-Administration: Gemeinschaftsmoderation, die mehrere Administratorsignaturen erfordert
  • Dezentrale Schlüsselverwaltung: Verteilung des Vertrauens auf mehrere Parteien für kritische Operationen

Standardisierung

FROST wurde im Juni 2024 als RFC 9591 standardisiert, mit dem Titel “The Flexible Round-Optimized Schnorr Threshold (FROST) Protocol for Two-Round Schnorr Signatures”.


Primärquellen:

Erwähnt in:

Siehe auch: